
Anerkennung in der Schulversammlung
Am Anfang des Projektes standen die Bedürfnisse der Kinder. Viele von ihnen waren bereits für die Fragen eines gelingenden Miteinanders in der Schule durch die Lehrerin Frau Nowak sensibilisiert und zu Streitschlichtern ausgebildet worden. Sie wollten wissen, warum das eine sein darf und warum das andere nicht und wie sie an Entscheidungen mehr partizipieren könnten. So entstand die Idee für ein umfangreiches Demokratie- und Werteerziehungsprojekt sowie der Einrichtung einer Schulversammlung. In diesem Forum sollten die Kinder über die gemeinsamen Regeln und Sozialziele abstimmen. „Durch den bisherigen erfolgreichen Ablauf meines Peer-Mediations-Projektes hatte ich das positive Feedback der Schulleitung bereits im Rücken“, betont Frau Nowak. Insofern konnte die Schulleitung leicht für die neue Projektidee gewonnen und das Kollegium ins Boot geholt werden. Nach diversen Gesprächen zwischen Tür und Angel wurden in einer pädagogischen Konferenz sechs Schulversammlungen für das kommende Schuljahr beschlossen.
Demokratie-Kompetenz
Die Themen für die Schulversammlungen kamen von den Kindern selbst. Klassenleiter forderten sie auf, den gemeinsamen Umgang im Schulalltag zu beobachten und ihre Eindrücke festzuhalten. Die im Klassenrat diskutierten Bedürfnisse an sozialem Miteinander wurden von den Kindern in der Schulversammlung mit Rollenspielen und Plakaten vorgestellt. Eine Abstimmung legte dann die Rangfolge des sozialen Lernens fest. „Durch die Abstimmungen erfahren bereits Kinder der ersten Klasse: Meine Stimme hat Gewicht und Bedeutung.“ Das Lehrerkollegium formulierte die Bedarfe dann in positive Sozialziele um. Aus „Mehr Höflichkeit“ wurde das erste Sozialziel „Grüßen“. Aus „Andere nicht ausgrenzen“ wurde das zweite Sozialziel „Miteinander“. Aus „Ordnung halten“ wurde das dritte Sozialziel „Achtsamkeit“ und aus „Wir wollen Streit durch Worte klären“ wurde das vierte Sozialziel „Miteinander reden“.
Besonders eindrucksvoll ist Frau Nowak der Brief der zweiten Klasse in Erinnerung, den sie 130 Schulkindern, Lehrern und einigen Eltern in der Schulversammlung vorstellte. Die zweite Klasse hatte die anderen Schulkinder schriftlich gebeten, doch ihr Sozialziel (Achtsamkeit – mehr Ordnung halten) besser umzusetzen. In einer anschließenden Diskussion im Forum lernten die Kinder, sich aktiv zu beteiligen und ihre Meinung zu äußern. Sie fühlen sich ernst genommen und anerkannt. „Das ist eine Selbstbestätigung als Kind, das vergesse ich mein Leben lang nicht.“ Zur nachhaltigen Verankerung des Sozial-Gelernten bewerteten die Schulkinder ihr Tun und Erleben vor jeder Schulversammlung an der Feedback-Tafel. In der Schulversammlung wurde damit die Umsetzung der Sozialziele verdeutlicht.
So lernen bereits Grundschulkinder, zu reflektieren, ihre Meinung frei zu äußern, zu votieren und mitzubestimmen, und bilden Demokratie-Kompetenzen aus.
Liebe Lehrer- und ErzieherInnen,
Schulen und Kindertagesstätten sind ein Ort des Lebens und Lernens. Wir alle wollen uns dort wohlfühlen. Wir wissen, selbstbewusste und glückliche Kinder lernen besser:
• Ihr Kollegium und Ihre SchülerInnen kommen gerne in die Schule oder Kita: Was tun Sie dafür?
• Spannungen, Auseinandersetzungen und Konflikte: Wie gehen Sie damit um?
• Achtung und Anerkennung bestimmen Ihr Schul- und Klassenklima: Worauf kommt es an?
Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen in der Werteerziehung!
Markieren Sie Ihr Projekt auf der „Landkarte der Anerkennung“!
Tauschen Sie sich aus und holen Sie sich neue Impulse für Ihre Arbeit!
Machen Sie Respekt und Anerkennung sichtbar!
*Ihr Tabaluga und das Alle-Achtung-Team
zur Landkarte der Anerkennung
Zur Registrierung bei Alle Achtung

„Respekt und Anerkennung sind unverzichtbare Lebensmittel im sozialen Miteinander. Was für mich und meine musikalische Arbeit in der Band gilt, hat für geglückte Bildung und Erziehung keine geringere Bedeutung. Mit diesem Internetportal und seiner ‚Landkarte der Anerkennung’ schließen wir eine Lücke im Internetangebot für Erzieher- und LehrerInnen. Es gibt noch kein Portal, das anhand einer Landkarte die vielfältigen Werteerziehungsprojekte der Kindertageseinrichtungen und Schulen sichtbar und zugänglich macht.“
Werte sind die
Antworten auf
existenzielle Fragen
der Menschen.
Herbert F., Gymnasiallehrer, 45 Jahre